Wahnbachtalsperre: Pegel so niedrig wie im Dürrejahr

Mit unter 114 Metern liegt der Pegel der Wahnbachtalsperre in diesem Monat im Bereich der Rekord-Niedrigwerte aus dem Dürrejahr 2018, teilweise sogar darunter. Das sind die jüngsten Messwerte:

21. Dezember 2020
113.96 Meter
14. Dezember 2020
113,72 Meter
07 Dezember 2020
113,71 Meter

Hier noch der Vergleich der Jahre 2014 bis 2018. In den Grafiken sieht man deutlich, dass in früheren Jahren der Pegel regelmäßig um einige Meter höher lag.

Generell gilt für die Wahnbachtalsperre, dass die Winterwetterlagen darüber entscheiden, wie groß der Wasseranstieg ist, von dem man dann im ganzen Jahr profitiert. Für große Zuwächse braucht es atlantische Tiefs mit West- bis Südwestwinden. Die feuchte Luft staut sich am Südwestrand des Bergischen Landes und sorgt für große Regenmengen. So kommt es nicht selten vor, dass in Siegburg fast nichts runter kommt, Richtung Neunkirchen-Sellscheid und Much aber große Niederschlagsmengen gemessen werden.

Wasserversorgung nicht gefährdet

Selbst wenn solche Wetterlagen  längere Zeit ausbleiben, ist die Trinkwasserversorgung aber noch lange nicht gefährdet. Nach Auskunft des Wahnbachtalsperrenverbandes würde man sogar ein doppeltes Trockenjahr verkraften. Durch die eben beschriebenen Lage ist aber sogar eher davon auszugehen, dass bei andauernden Westwetterlagen (die ja immer wieder vorkommen) sogar Wasser abgelassen werden muss. Das war zuletzt im März diesen Jahres der Fall, als der Füllstand 98 Prozent des Maximums erreicht hatte.

Das ist aber eben eine besondere Situation dieser Talsperre aufgrund der speziellen geographischen Lage! In anderen Regionen Deutschlands, die im Regenschatten der Mittelgebirge liegen (zum Beispiel in Hessen), sind die Probleme oft schon viel größer. Dort ist es viel schwieriger, wieder einen "Normalpegel" zu erreichen.

Und trotzdem gibt es ein Trockenheit-Problem

Und ein weiterer Punkt sollte natürlich auch noch genannt werden: Eine volle Talsperre sagt nur wenig über die Feuchte-Situation in tieferen Bodenschichten aus. Im Bereich bis zwei Meter Tiefe sind die Böden weiterhin ungewöhnlich trocken. Darüber hinaus berichten ja auch bei WETTERMÜLLER immer wieder User, dass lang genutzte Brunnen trocken liegen. Und dass die durch den Klimawandel insgesamt zunehmende Anzahl von trockenen Sommerhalbjahren weitere große Probleme bringt, zeigt nicht zuletzt ein Blick in unsere heimischen Wälder.


Viele interessante Infos zur Trinkwasseraufbereitung in der Region findet man hier:


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